Der bewusste zugelassene Atem

Meistens atmen wir unbewusst, ohne darauf zu achten. Wir können unseren Atem aber auch bewusst mit unserem Willen steuern - das Einatmen, das Ausatmen und die Atempause. Wir können das Atemgeschehen aber auch so lassen, wie es sich von selbst gestaltet, mit unserem Bewusstsein aber präsent sein. Das ist mit "bewusstem zugelassenem Atem" gemeint.

Diese Körperarbeitsmethode ist ganzheitlich und spricht den Menschen sowohl in seinen körperlichen, als auch in seinen emotionalen und sozialen Bezügen an. "Das Ziel ist der Mensch selber, die Entfaltung seiner Möglichkeiten und die Bekanntschaft mit seinen Kräften", sagte der Atemlehrer Cornelis Veening in den 1940er Jahren. Ausgehend von seiner Lehre haben Ilse Middendorf und Erika Kemmann in Berlin die Methode des erfahrbaren, bzw. bewussten zugelassenen Atems entwickelt, die in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten erfolgreich ist. Der Berufsverband für Atempädagogik und Atemtherapie AFA und die Arbeits- und Forschungsgemeinschaft für Atempädagogik und Atemtherapie BVA wachen über die Qualität der Atemarbeit.

In Asien beschäftigt man sich aus gesundheitlichen und spirituellen Gründen seit 2000 Jahren mit dem Atem, zum Beispiel in der buddhistischen Meditation, bei Tai Chi und Yoga. Aber auch bei uns im europäischen Raum gibt es altes Wissen um den Atem. So bedeuten das alte deutsche Wort "Odem" sowohl Atem als auch Seele und das griechische "Pneuma" Seele und Hauch.